Seife- Was kann die Naturseife eigentlich?

Gefühlt seit Ewigkeiten gibt es sie: Die gute alte Seife.

Aber was macht sie so besonders, dass sie auch nach ein paar hundert Jahren in fast unveränderter Art hergestellt wird?


Ich würde mal behaupten, dass sie das ihrem großen Talent zu verdanken hat, die Haut intensiv zu reinigen und gleichzeitig zu pflegen.

Wie stark die Seife Deine Haut pflegt, hängt von der so genannten Überfettung ab.


First things first, sonst verstehst du hier ja gleich nur noch Bahnhof:

Eine Seife entsteht durch den „Verseifungsprozess“.

Die handwerklich hergestellten Seifen, wie wir sie in der Naturkosmetik kennen, werden meist durch das Kaltsiedeverfahren hergestellt.

Kurz runtergebrochen wird hierfür Natronlauge mit Wasser angerührt, Mengenmäßig angepasst kommen dann Öle und Fette hinzu.

Ziel ist hierbei eine unvollständige Verseifung der Fette.

Dieser Überschuss an Fett soll die Haut pflegen und geschmeidig halten.

So weit zur Theorie.

(Übrigens findest Du hier auf Wikipedia einen tollen Artikel und viele Informationen zu Herkunft, chemischer Zusammensetzung und technischen Details, falls Du darüber mehr erfahren möchtest. Finde ihn absolut empfehlenswert)


Also reinigt die Seife dank anionischer Tenside, die durch den Verseifungsprozess entstanden sind, die Haut. Zeitgleich bleibt aber auch das „zu viel an Öl“ (=Überfettung) auf der Haut zurück und hinterlässt einen pflegenden Film.

Echt eine praktische Sache. Denn so werden die eigentlich doch recht aggressiven anionischen Tenside direkt wieder abgemildert.


In der Praxis funktioniert das dann tatsächlich auch sehr gut.

Zumindest dann, wenn es sich um hochwertige Seifen handelt.

Mit hochwertig meine ich hierbei, dass es eine große Rolle spielt, welche Öle, Fette, Wachse und Duftstoffe eingesetzt werden.

Auch woher die Seifen stammen kann ein Qualitätsmerkmal sein.

Denn in der EU haben wir ganz andere Auflagen und eine oft strengere Reglementierung, als anderswo auf der Welt.


Die Haut ist unser größtes Organ. Was Du hier aufträgst und anwendest, gelangt über die Poren auch in Deinen Körper!


Bestes Beispiel, was Inhaltsstoffe bewirken können, stellt hier aktuell das Allergen LILIAL (Butylphenyl Methylpropional) dar. Es ist in vielen Duftstoffen, die nach Maiglöckchen riechen sollen, enthalten.

Allerdings wirkt Lilial nachgewiesenermaßen Fortpflanzungsschädigend und wird ab Frühjahr 2022 dann auch endlich verboten sein.


Also Augen auf beim Seifenkauf!

Auch auf den Handwerker Märkten gibt es ein paar Dinge, auf die Du achten kannst:

Sind die Seifen mit den INCIs ausgezeichnet? Also stehen die Inhaltsstoffe auf einem Etikett? Hier müssen auch die in Duftstoffen relevanten Allergene draufstehen. Auf dem Etikett muss außerdem auch die Adresse der herstellenden Person angegeben sein, sowie eine Chargen Nummer, das Gewicht der Seife und eine Angabe zur Mindesthaltbarkeit.

Die Angaben fehlen? Finger weg! „Schwarzes Schaf“ Alarm.

Auch wenn unter den Inhaltsstoffen Glycerin zu finden ist, würde ich die Seife eher liegen lassen. Einer echten hochwertigen Naturseife muss nämlich nicht extra Glycerin zugefügt werden.

Glycerin ist von Natur aus in großer Menge enthalten.


Die Angaben sind da und die Inhaltsstoffe sagen Dir zu? Super! Dann greif zu.

Denn oft sind es genau diese kleinen Siedereien, die richtig tolle und hochwertige Seifen herstellen.

Egal ob Ringelblume, Salzseife oder vielleicht eine Shea Butter Seife. Erlaubt ist, was gefällt.

Und da Du direkt bei der Herstellerin oder dem Hersteller kaufst, kannst Du diese mit Deinen Fragen löchern oder nach Empfehlungen für Dich fragen.


Für Neurodermitis geplagte Haut und auch für manche zu Allergien neigende Haut kann eine im Kaltsiedeverfahren hergestellte Seife d